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Malteser Hamburg

Aktuelles

Eine einzigartige Gemeinschaft

Foto: Sabine Wigbers

Über 100 Ehrenamtliche waren am Dienstag, 26. Juni zum traditionellen Sommerfest des Malteser Hospiz-Zentrums nach Volksdorf gekommen. Im sommerlich geschmückten Garten in der Halenreie dankte Hospiz-Leiterin Corinna Woisin allen Sterbe- und Trauerbegleitern für ihr unermüdliches Engagement, sie begrüßte gleichzeitig neue Ehrenamtliche, die erst vor knapp zwei Wochen ihren Kurs abgeschlossen hatten und wünschte ihnen für ihre Einsätze alles Gute. Außerdem begrüßte sie die neue Koordinatorin Iris Mackeprang. Für das Diakonie-Hospiz Volksdorf waren Pastor Andreas Hausberg und Dirk Spitzke gekommen. Auch ihnen dankte Corinna Woisin für die gute verlässliche Zusammenarbeit über viele Jahre.

„Für Ihre herausfordernde Arbeit, die Sie in einer einzigartigen Gemeinschaft erbringen, möchte ich meinen großen Respekt zum Ausdruck bringen,“ sagte Ansgar Theune, stellvertretender Diözesangeschäftsführer und Mitglied im Vorstand des Hospiz-Freundeskreises Bruder Gerhard. Er betonte, dass die Perspektiven für das Jahr 2019, der Auf- und Ausbau der Malteser Hospizarbeit in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Schnelsen, durch die geleistete Arbeit der Ehrenamtlichen regelrecht beflügelt würde.

Bei sommerlichen Temperaturen und einem leckeren (von den Ehrenamtlichen selbst zubereiteten) Buffet verbrachten ehren- und hauptamtliche Malteser und die weiteren Gäste anschließend einen harmonischen Abend zusammen. Im Mittelpunkt standen der gemeinsame Austausch, das Zusammensein, aber auch ein kleines „Glücksspiel“: Die Ehrenamtliche Kathrin Prick-Hoffmann hatte eine Tombola vorbereitet. Als Preise winkten 23 Kunstwerke der Malerin Marianne Hein sowie einige Fachbücher und am Ende des Abends waren nicht nur die Los-Gewinner glücklich.


Abschluss der Aufbaufortbildung für ehrenamtliche Trauerbegleiter

Die NDR-Benefizveranstaltung "Hand in Hand für Norddeutschland" ermöglichte und finanzierte einen Großteil zweier Aufbaufortbildungen für ehrenamtliche Hospizbegleiter, die Ende April 2018 erfolgreich abgeschlossen werden konnten.
15 Trauerbegleiter setzen sich von Januar bis April 2018 mit der Begleitung von Erwachsenen mit sogenannter "erschwerter Trauer" auseinander, neun weitere Ehrenamtliche mit der Begleitung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Zeiten der Trauer. Besondere Schwerpunkte des letztgenannten Aufbaumoduls waren Trauer in Familien; die Aktivierung von Ressourcen innerhalb der betroffenen Familien; entwicklungspsychologische Grundlagen; kreative Trauerbearbeitung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen; die Sensibilisierung für die besonderen Belange von Geschwistern sowie die Entdeckung eigener Kraftquellen bei der Arbeit mit lebensverkürzt erkrankten und/oder trauernden Kindern und Jugendlichen.

Die Aufbaufortbildung „Begleitung von Erwachsenen mit erschwerter Trauer“ ermöglichte den Trauerbegleitern sich auszutauschen, ihre Wahrnehmung zu schärfen und ihr Wissen zu erweitern. „Jede Trauer hat ihre eigene Zeit und ihren ganz eigenen Rhythmus – das haben alle Trauerbegleiter in ihrer Ausbildung gelernt und das wissen ohnehin auch die meisten Menschen, die Trauer in ihrem Leben schon erfahren haben“, sagt Jutta Kröger, die an der Fortbildung teilgenommen hat. Doch was ist, wenn ein Mensch, den man begleitet länger andauernd deprimiert oder gar depressiv ist, von Selbstvorwürfen oder Selbsthass geplagt wird? Die Teilnehmer erfuhren, wie sie in solchen Fällen angemessen reagieren und wo sie an ihre Grenzen stoßen.

Auftakt der dreiteiligen Seminarreihe war ein intensives Wochenende vom 19. - 21. Januar 2018 im Niels-Stensen-Haus in Wentorf (bei Hamburg) unter Leitung von Claudia Trilk (Koordinatorin) und Conny Wolff (Sozialpädagogin, zertifizierte Palliative Care-Trainerin und Ausbilderin für Trauerbegleiter). Im Mittelpunkt standen das Erkennen und Deuten von Anzeichen erschwerter Trauer; Einflüsse, die eine erschwerte Trauer begünstigen; eine Differenzierung, was Trauerbegleiter leisten können und wo professionelle Hilfe nötig ist sowie Selbstreflexionsübungen.

Im zweiten Modul am 17. März unter Leitung von Claudia Trilk betrachteten die Teilnehmer den Umgang mit Trauernden, die wiederkehrend Suizidgedanken und -absichten äußern. Weitere Themen waren u.a. Depressionen und die Abgrenzung zur Trauer; Faktoren, die die Suizidwahrscheinlichkeit erhöhen; Warnsignale und deren Einordnung sowie Besonderheiten von Trauer nach einem Suizid.

Der letzte Punkt stand auch im dritten Teil am 14. April mit Claudia Trilk im Vordergrund. Die Trauerbegleiter beschäftigten sich mit dem Fachartikel „Trauerbegleitung nach Suizid" von Chris Paul (aus: Psychotherapie & Seelsorge, 2.2010) und beleuchteten die darin aufgestellten Thesen. Zusammenfassend wurde dabei deutlich, dass der Mensch und nicht die Todesart im Mittelpunkt der Begleitung stehen sollte und dass es nach einem Suizid wichtig ist, die gemeinsame Lebensgeschichte nicht zu vernachlässigen. Des Weiteren braucht es Raum für angstfreie Gespräche und die Stärkung Hinterbliebener.

Besondere Schwerpunkte des letzten Seminartags waren Schuld und Scham in der Trauerbegleitung. Dass viele Trauernde nach einem Suizid darunter leiden, ist für Außenstehende oft nur schwer nachzuvollziehen. Die Teilnehmer erarbeiteten Sinn und Zweck von Schuldzuweisungen und Schamgefühlen für die Trauernden.
Die Seminarreihe „Begleitung von Erwachsenen mit erschwerter Trauer" bot den Teilnehmern nicht nur neues Wissen, sondern auch viele Anstöße, sich immer wieder selbst zu reflektieren und wichtige Anregungen für ihre künftigen Trauergespräche.


Sterben ist ein Teil des Lebens

Einen kostenlosen „Letzte Hilfe Kurs“ bieten die Mitarbeiter des Malteser Hospiz-Zentrums am Donnerstag, 19. April von 18:00 bis 21:30 Uhr im Malteserstift Bischof-Ketteler (Kettelerweg 5, 22457 Hamburg-Schnelsen) an. Dieser Kurs steht jedem offen, ist leicht verständlich und vermittelt Interessierten Grundkenntnisse. Er gibt Orientierung, wenn ein geliebter Mensch im Sterben liegt. Der Kurs will Hemmschwellen abbauen und Mut machen, sich mit dem Thema Sterben auseinanderzusetzen. Die Kursleiter Astrid Karahan und Uwe Enenkel stellen konkrete Angebote und lokale Netzwerke vor, auch praktische Übungen sind Teil des Kurses. Die Themen des Kurses im Einzelnen: Sterben ist ein Teil des Lebens; Vorsorgen und Entscheiden; Körperliche, psychische, soziale und existenzielle Nöte lindern sowie Abschied nehmen. Weitere Informationen und Anmeldungen unter 040 603 3001. Informationen auch unter www.letztehilfe.info.


Abschluss Ehrenamtsschulung „Vertiefungskurs im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst“

Am 24. März haben 13 Teilnehmerinnen den Vertiefungskurs für den Kinder- und Jugendhospizdienst am Malteser Hospiz-Zentrum erfolgreich abgeschlossen. An zehn Kurstagen standen alle Themen rund um die Begleitung von lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen und ihren Familien, als auch von Kindern eines erkrankten Elternteils im Fokus.
Die Kursleiterinnen des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes, Ramona Bruhn-Tobler und Stella-Sophie Tatje, freuen sich über die hochmotivierten und engagierten neuen Hospizbegleiterinnen.


Budni-Patentag am 24. März für den Kinder- und Jugendhospizdienst

Am Samstag, 24. März fand der Budnikowski-Patentag im Drogeriemarkt „Stadtperle“ in Hamburg Volksdorf statt. Bei leckerem Kuchen informierten sich die Kunden bei den ehren- und hauptamtlichen Hospizmitarbeitern über die lokale Hospizarbeit des Malteser Hospiz-Zentrums und versuchten ihr Glück am Glücksrad. Die Kunden konnten den Dienst durch Aufrunden ihres Einkaufbetrages mit einer Spende in Höhe von 530 Euro unterstützen.


"Letzte Hilfe Kurs" im Malteser Hospiz-Zentrum

22 interessierte Bürgerinnen und Bürger setzten sich im Rahmen des vierstündigen Kurses am      27. März engagiert mit den Bedürfnissen sterbenskranker Menschen auseinander. Informationen zu Symptomen, praktischen Unterstützungsmöglichkeiten, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sowie lokalen Netzwerken geben Sicherheit, wenn ein Mensch aus dem sozialen Umfeld stirbt. Die Teilnehmer fühlten sich durch das Erfahrene ermutigt und gestärkt, am Lebensende Sorge für einen Mitmenschen zu tragen.


Unterwegs für schwerstkranke und sterbende Menschen

Der neue Dienstwagen für die Mitarbeiter des Hospiz-Zentrums wurde durch die Aktion "Hand in Hand für Norddeutschland" finanziert. Foto: Corinna Woisin
Der neue Dienstwagen für die Mitarbeiter des Hospiz-Zentrums wurde durch die Aktion "Hand in Hand für Norddeutschland" finanziert. Foto: Corinna Woisin

Die Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland" fördert jedes Jahr verschiedene Hilfsprojekte und Organisationen im Norden. Dem Malteser Hospiz-Zentrum wurde durch diese Aktion die Anschaffung eines neuen Dienstwagens finanziert. Der Wagen konnte kürzlich in Empfang genommen werden, ist nun beschriftet und im Einsatz für schwer-kranke und sterbende Menschen. In 2017 wurden rund 150 Menschen beraten und mehr als 200 Menschen ehrenamtlich begleitet. Die ständig wachsende Anzahl der Beratungen und steigende Zahl ehrenamtlicher Hospiz-mitarbeiter machen den großen Bedarf deutlich.

Im Kinder- und Jugendhospizdienst sind zusätzlich häufig mehrere Beratungsgespräche durch die Koordinatorin erforderlich, da oft viele weitere Institutionen (z.B. das Jugendamt) beteiligt sind. Außerdem findet der Erstkontakt der Ehrenamtlichen bei Kinder- und Jugendbegleitungen immer gemeinsam mit der Koordinatorin statt. Neben den Fahrten zu den erkrankten Menschen, wird der Dienstwagen für Fahrten zu stationären Einrichtungen benötigt. Dies sind Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Mitarbeiter nutzen das Auto auch, um im Netzwerk aktiv sein zu können sowie an der Gremienarbeit und an Aus- und Fortbildungen teilzunehmen. Dies ist die Voraussetzung dafür, weiterhin die Qualität im Sinne der Hospizarbeit, sicherzustellen. Kurzum: Der Wagen wird seinen Zweck in allen Bereichen der Malteser Hospiz-Arbeit erfüllen. Das Team des Hospiz-Zentrums bedankt sich herzlich bei allen Spendern und beim NDR für die Unterstützung seiner Arbeit!


Restplätze im Kurs "Sterbende begleiten lernen"

Sterbebegleiter besuchen Schwerstkranke zu Hause oder in einem stationären Hospiz. Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Für den Kurs „Sterbende begleiten lernen“ stehen noch Restplätze zur Verfügung. Er bereitet auf das Ehrenamt als Sterbebegleiter vor. Kursinhalte sind unter anderem das Ziel der Hospizbewegung, die psychischen, physischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse von Sterbenden und ihren Begleitern, die Kommunikation mit Sterbenden, die Möglichkeiten und Grenzen in der Begleitung Schwerkranker, die Spiritualität in der Sterbebegleitung und auch das Thema Trauer
Die Schulung richtet sich an Interessierte aus dem Hamburger Nordosten, den Stadtteilen Langenhorn, Bramfeld und Wandsbek. Sie beginnt am 6. April 2018, umfasst 50 Unterrichtsstunden und endet am 16. Juni 2018. Die Teilnahme kostet 130 Euro. Wir bitten um eine Anmeldung. Bei Fragen helfen Astrid Karahan oder Corinna Woisin unter 040 603 3001 gerne weiter.


6. Walddörfer Hospiztag am 22. Februar um 19 Uhr

Petra Rechenberg-Winter zeigt wie unterschiedlich Menschen die Geschichte ihres Lebens erzählen. Foto: Veragsgruppe V&R

„Geschichten des Lebens neu gestalten“ – Biografiearbeit in der Sterbe- und Trauerbegleitung

Anlässlich des 6. Walddörfer Hospiztages am Donnerstag, 22. Februar spricht Diplom-Psychologin Petra Rechenberg-Winter vom Hamburgischen Institut für Systemische Weiterbildung im amalieForum des Ev. Amalie Sieveking-Krankenhauses über Biografiearbeit und deren Einsatz in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Bei dieser Methode tauchen Menschen in ihre Erinnerungen ein und erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Die gemeinsame Veranstaltung der Freunde und Förderer des stationären Diakonie-Hospizes Volksdorf und des Freundeskreises des Malteser Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard findet statt am Donnerstag, 22. Februar um 19 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) im Haselkamp 33 in 22359 Hamburg.

Unterstützt von persönlichen Materialien wie Fotos, Poesiealben und Briefen kann die Biografiearbeit Menschen helfen, ihre Identität zu suchen oder zu festigen, ihr bisheriges Leben zu bilanzieren oder auf besondere Lebensabschnitte zurückzublicken. Neue Erzählperspektiven können Menschen auch in stark belastenden Lebenssituationen wieder Zutrauen, Sinn und Hoffnung in sich und ihre Umwelt schenken. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.


Kostenfreie Informationsveranstaltung am 17. April zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Foto: bbroianigo/Pixelio

Das Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5, Nähe U-Bhf. Volksdorf) bietet am Dienstag, 17. April um 18 Uhr einen kostenfreien Informationsabend zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht an. Auf Wunsch können Interessierte im Anschluss individuelle Beratungstermine vereinbaren. Wir bitten um Anmeldung unter 040 603 3001 oder per E-Mail an hospiz-zentrum.hamburg(at)malteser(dot)org. Bei Fragen zur Veranstaltung steht Astrid Karahan gerne unter selbiger Nummer zur Verfügung.


Tag der Kinderhospizarbeit 2018

Foto: Mirko Honnens

Am Samstag, 10. Februar, ist der Tag der Kinderhospizarbeit. Die Malteser betreuen derzeit 409 Kinder und Jugendliche, die unheilbar krank sind. Unter anderem Helene, die fünfjährige Tochter der Familie Wagner*.

Köln. „Ihr Kind hat einen schweren Herzfehler.“ Das war die traurige Botschaft des Arztes an die Eltern Hans und Pia Wagner nach der Geburt ihrer Tochter Helene vor fünf Jahren. Noch schlimmer: Helene hat eine stark verkürzte Lebenserwartung. Das heißt, niemand weiß, wie lange sie noch lebt. Heute ist Helene fünf. Sie kann einen normalen Kindergarten besuchen und nimmt mit ihren beiden Schwestern Frieda (7) und Jessica (3) unbeschwert am Familienleben teil. Sie hat Spaß am Leben. Aber die medizinischen Probleme nehmen zu.

Helene ist eines von vielen Hundert Kindern mit begrenzter Lebenserwartung in Deutschland. Sie leiden am Krebs, haben Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen, sind infolge von Geburtskomplikationen, Missbildungen, Herz- oder Lungenschäden ohne Chance auf ein langes Leben. Für die Eltern dieser Kinder bedeutet Alltag ein Leben zwischen Krankenhausaufenthalten, Therapiemaßnahmen, Arztterminen. Um 409 von ihnen kümmern sich 683 ehrenamtliche und knapp 64 hauptamtliche Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser an bundesweit 30 Standorten. Sie betreuen auch die rund 1000 Eltern und Geschwister. Das kann sogar Jahre dauern, kostet die Familien aber keinen Cent. Der Dienst wird weitgehend über Spenden finanziert.

Helene hat mehrere Operationen überstanden und wird seit Anfang letzten Jahres vom Ambulanzteam einer Universitätskinderklinik betreut. Das sind Ärzte, Pfleger und Sozialpädagogen, die wie die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser auch auf die ambulante Versorgung unheilbar kranker Kinder und Jugendlicher spezialisiert sind und dabei die ganze Familie im Blick haben. Sie arbeiten mit den Maltesern zusammen, vermittelten der Familie eine ehrenamtliche Betreuerin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes der Malteser in der Nähe des Wohnortes der Familie.

Seit ein paar Monaten besucht die Betreuerin und die Familie Wagner. Das ist für die Wagners ein Glücksfall. Sie haben auch mal wieder ein paar Stunden für sich und bekommen nun auch psychosoziale Unterstützung. Die Diagnose „unheilbar krank“ wirkt sich nicht nur auf das Leben der Eltern aus. Sie betrifft auch die gesunden Geschwister. Auch Helenes ältere Schwester Frieda (7) hat große Verlustängste. Sie weiß, dass Helene sterben wird und versucht in Rollenspielen mit ihren Ängsten umzugehen. Die Malteser Betreuerin kommt einmal die Woche, kümmert sich um Helene, macht Ausflüge mit den Kindern, spielt auch mit Frieda und Jessica. Sie haben sie ins Herz geschlossen. Für die Wagners ist die Betreuerin eine große Entlastung. Sie fühlt, was der Familie guttut und vermittelt den Wagners das Gefühl, auch in den schwersten Stunden eine zuverlässige Stütze zu haben.

„Wir Malteser versuchen den Familien unter die Arme zu greifen und ihnen in den Krisen mit dieser schweren lebensbegrenzenden Erkrankung zur Seite zu stehen und Halt zu geben“, sagt Dirk Blümke, Leiter der zentralen Malteser Fachstelle Hospizarbeit, Palliativmedizin und Trauerarbeit in Köln. „Die ständige Sorge um die Gesundheit des Kindes, die berufliche Arbeitsbelastung in Verbindung mit der Pflege, das schlechte Gewissen, den gesunden Geschwistern nicht gerecht zu werden, das ist ein ständiger Kraftakt, der die Eltern oft an ihre Grenzen bringt. Sie haben dann das Gefühl, unter dem Druck zusammenzubrechen. Da versuchen wir Malteser zu entlasten, zu helfen, zu trösten.“ Er betont: „Wir kommen nicht erst, wenn ein Kind stirbt. Wir stehen schon vorher zur Verfügung und betreuen die Familien auch nachher noch. Die Familie kann sich auf uns verlassen.“


Neue Trauergruppe für Kinder startet im Februar 2018

Kinder trauern anders als Erwachsene.
Foto: CFalk/pixelio.de

Gemeinsam mit dem Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer e.V. wird das Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard im Februar 2018 die nächste Trauergruppe für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren in Hamburg-Volksdorf starten. Das Angebot richtet sich an die Bedürfnisse von Kindern, die ihren Vater, ihre Mutter, Bruder oder Schwester verloren haben. Im Kurs können sie kreativ und spielerisch ihre Trauer ausdrücken. Die Pädagoginnen und qualifizierten Kinder- und Jugendtrauerbegleiterinnen, Ramona Bruhn-Tobler (Malteser Hospiz-Zentrum) und Maria Traut (Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer e.V.) werden die Gruppe leiten, die in einem zweiwöchigen Rhythmus im Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5) in Hamburg stattfinden wird. Eine Anmeldung ist erforderlich. Für mehr Informationen und Fragen zur Trauergruppe für Kinder wenden Sie sich bitte an Ramona Bruhn-Tobler unter 040 603 3001 oder per E-Mail an ramona.bruhn-tobler(at)malteser(dot)org.


Neujahrsempfang im Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard

Foto: Astrid Karahan

Über 120 Ehrenamtliche und geladene Gäste kamen zum diesjährigen Neujahrsempfang am 16. Januar in die Räumlichkeiten des Malteser Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard. Die Hospizleitung, Corinna Woisin, begrüßte und sprach insbesondere allen Ehrenamtlichen ihren Dank für ihr Engagement im letzten Jahr aus.

Insgesamt 150 ausgebildete ehrenamtliche Sterbebegleiter und -begleiterinnen spendeten engagiert ihre Zeit für die Hospizarbeit. Nur so konnten die zahlreichen Nachfragen in den unterschiedlichen Bereichen erfüllt werden. 180 sterbenskranke Menschen und ihre Zugehörigen wurden begleitet, 13 lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche sowie 14 Geschwisterkinder und ein Kind eines erkrankten Elternteils unterstützt und begleitet. Die Nachfragen zu den Angeboten in der Trauerarbeit, vor allem im Bereich der Unterstützung für Erwachsene, sind weiterhin steigend.

Unter dem Motto „das Wesentliche in den Fokus nehmen“ wurde symbolisch jedem eine kleine Leselupe überreicht - das Wichtige in der Hospizarbeit sehen und im Blick behalten!

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE72 3706 0120 1201 2240 19  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7