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Malteser Hamburg

Aktuelles


Komm‘ mit zur Quelle - Ein Tag spiritueller Einkehr im Kloster Nütschau

Von Gislind Schiller

Am 18. November 2017 machten wir uns, fünf Ehrenamtliche des Arbeitskreises „gelebte
Spiritualität“ des Malteser Hospiz Zentrums, auf den Weg nach Nütschau. Wir waren voller
Vorfreude und Neugierde auf das, was uns wohl erwarten würde. Bei unserer Ankunft im Kloster brachen Sonnenstrahlen durch den Himmel; vorausgesagt war Dauerregen. Im Seminarraum wurden wir bereits vom Referenten Malteser Pastoral Thomas Kleibrink erwartet. Er sollte uns durch den Tag begleiten.
Unser Einkehrtag begann um 9.30 Uhr mit Kaffee und Keksen. Danach starteten wir musikalisch mit einem Lied in unser Thema, das des Elements Wasser, der Inbegriff des Lebens. Eine Teilnehmerin begleitete uns dabei und bei den anderen Liedern, die wir sangen, auf ihrer Gitarre. Im Anschluss bekamen wir eine Spielfigur in die Hand, die jeder von uns auf einer „Gemütslandkarte“ platzieren sollte. Zwei der Teilnehmerinnen wählten das Abtauchen in einem See, wollten sich einfach die Decke über den Kopf ziehen und die Alltagssorgen und vermeintliche Defizite über Bord werfen. Ein anderer Teilnehmer sah den Wald vor lauter Bäumen nicht, ein weiterer fühlte sich wie ein Fisch im Wasser. Eine Teilnehmerin beschritt einen Pilgerweg, eine lebendige Metapher für den menschlichen Lebensweg und das Verlassen ihrer eigenen Lebenswelt, um die eigene Mitte zu finden. Die nächste Teilnehmerin wiederum sah sich zwischen Schutzhütte und blühender Lichtung; Orte, an denen sie sich geborgen fühlte. Neben den Spielfiguren fanden auch Objekte, die die Teilnehmer mit dem Objekt Wasser in Verbindung bringen, auf der Karte ihren Platz. Das waren Dinge wie der Deckel einer Trinkflasche, um zu betonen wie lebensnotwendig
Wasser ist. Ein Liedtext und eine Geschichte, die aufzeigen, dass ein Stein, der ins Wasser fällt, und die Stille zur Kraftquelle werden können. Neben dem See lag ein herzförmiger Stein, der als Sinnbild für die Liebe zum Wasser und zum verstorbenen Ehemann stand. Im See lagen Badesachen. Sie stehen für das Schwimmen, dass für diese Teilnehmerin meditativen Charakter hat und dessen reinigende Kraft nicht nur außen wirkt.
Mit einem Tischbrunnen in der Mitte des Raumes, einer Kerze, Weihrauchduft und einer Klangschale wurden im Morgenlob all unsere Sinne geöffnet, um zu empfangen, was uns geschenkt wird, unsere Verbundenheit zu spüren und da zu handeln, wo wir gebraucht werden. Dies stimmte uns auf die nun folgende Textarbeit, das Bibel-Teilen in sieben Schritten ein. Wir wurden eingeladen, das Evangelium, die frohe Botschaft nach Johannes, 4-14, zu teilen. Einige von uns lasen den Text unterschiedlich vor, wir
verweilten bei Worten oder kurzen Sätzen, schwiegen, um zu erfahren, und tauschten uns schließlich über das aus, was uns berührt hat. Wir handelten und beteten. Mittlerweile war es Zeit für das Mittagsgebet in der Klosterkirche geworden. Auf diese spirituelle Stärkung folgte um zwölf Uhr das Mittagessen im Speisesaal des Klosters. Eine Stunde später begaben wir uns, nun auch körperlich gestärkt, auf eine Klosterführung. Thomas Kleibrink berichtete uns Wissenswertes über die Entstehung des Klosters und die
Besonderheiten seiner Klosterkirche. Den Abschluss fand die Führung in der Klosterkirche, die wir nach einem gemeinsamen Lobgesang „von Gott berührt“ verließen.
Jetzt war ein spiritueller Spaziergang an der Reihe. Jeder von uns nahm einen kleinen Stein mit auf den Weg. Als wir für ein Gebet auf einer Brücke inne hielten, warfen wir die Steine hinein und sahen zu, wie sie ihre Kreise zogen...
Erfrischt kehrten wir ein halbe Stunde später zurück ins Kloster zum Nachmittagskaffee. Nach dieser erneuten Stärkung war eine Zeit der Stille eingeplant. Eine Teilnehmerin las eine Geschichte vor, die uns sagen wollte, was Stille ist oder sein kann. Wir verbrachten 25 Minuten im Raum der Stille. Danach hatte jeder den Eindruck, dass die Zeit in diesem Raum schneller vergangen sei.
Wieder zurück im Seminarraum, ließen wir den Tag Revue passieren. Die „Gemütslandkarte“ rückte ein weiteres Mal in unseren Fokus. Wo auf der Karte befanden wir uns jetzt?
Zwei von uns tauchten immer noch im Wasser ab, empfanden dies nun jedoch als Kraftquelle, aus der sie schöpfen konnten. Der Fisch im Wasser war dem Himmel näher. Für einen lichtete sich der Wald. Eine andere hat den Pilgerweg zwar nicht verlassen, aber sie konnte zumindest für diesen Tag innerlich bei sich einkehren. Und für eine weitere Teilnehmerin erfüllten sich ihre Erwartungen an diesen Tag.
Wir alle danken dem Hospizzentrum, dass uns dieser Tag ermöglicht wurde und hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Damit neigte sich auch dieser wundervoll, besinnliche Tag dem Ende zu. Thomas Kleibrink beschloss unsere innere Einkehr mit dem Maltesergebet, das er an die Tätigkeit von uns Ehrenamtlichen angepasst hatte. Darauf folgte der Segen, den jeder an seinen Nächsten weiter gab. Wir nahmen dankbar Abschied voneinander, in dem Wissen, einen teilweise doch recht aufreibenden Alltag hinter uns gelassen zu haben.


Ökumenischer Gottesdienst im Hospiz-Zentrum

Laternen erleuchteten die Dunkelheit und erinnerten an die Verstorbenen dieses Jahres. Foto: Corinna Woisin

Einen stimmungsvollen und abwechslungsreichen Gottesdienst gestaltet haben am Freitag, 8. Dezember Ehrenamtliche der Gruppe „gelebte Spiritualität“ und Diakon Thomas Kleibrink unter dem Motto „... und fange bei mir an". Bereits zum vierten Mal gab es diese Form des ökumenischen Gedenkens für alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter des Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard, bei dem die Teilnehmer besonders der verstorbenen Menschen gedachten, die durch die Malteser begleitet wurden.


Freude über 18 neue Hospizbegleiter

Foto: Corinna Woisin

Seit Anfang Dezember ist das Team des Malteser Hospiz-Zentrums um 18 ehrenamtliche Hospizbegleiter reicher. Alle Teilnehmer haben den Vertiefungskurs für den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst erfolgreich abgeschlossen. Die Kursleiterinnen Corinna Woisin und Astrid Karahan freuen sich über die engagierten neuen ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter. Alle Frauen und Männer haben sich für eine Tätigkeit im Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard entschieden und viele sind bereits in der ambulanten Begleitung, auf einer Palliativstation oder im stationärem Diakonie Hospiz-Volksdorf eingesetzt.


Hospizliches Ehrenamt neu denken

Zum Tag des Ehrenamtes dankt der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) allen ehrenamtlich in der Hospizarbeit Engagierten. Auch in Zukunft bleibt das hospizliche Ehrenamt unerlässlich.

„Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember danken wir allen Ehrenamtlichen, die durch ihr Engagement sterbende Menschen und ihre Angehörigen in Deutschland unterstützen. Sie stehen für die Solidarität mit Menschen in einer existenziellen Lebenskrise und die Bereitschaft, einen Beitrag zu einem würdevollen Lebensende und Sterben zu leisten“, so Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands.

„Schon das Entstehen der ersten Hospizinitiativen in den 1980iger Jahren verdankte sich dem ehrenamtlichen Engagement von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern. Von den Anfängen bis heute sind sie Garant für eine Begleitung, die sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der schwerstkranken und sterbenden Menschen richtet und somit den hospizlichen und palliativen Ansprüchen gerecht wird“, so Benno Bolze, Geschäftsführer des DHPV.

Seither hat sich das Ehrenamt gesamtgesellschaftlich und auch über die Grenzen Deutschlands hinaus stark gewandelt. Um den neuen Herausforderungen zu begegnen, führt der DHPV zurzeit das Forschungsprojekt „Ehrenamtlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Hospizarbeit – Merkmale, Entwicklungen und Zukunftsperspektiven“ durch. Das Projekt, dessen Ergebnisse Mitte 2018 vorliegen, soll ein tragfähiges empirisches Fundament für die Weiterentwicklung der ehrenamtlichen Hospizpraxis und Hospizkultur zur Verfügung stellen.

Auch auf europäischer Ebene engagiert sich der DHPV für die Weiterentwicklung und Stärkung des Ehrenamtes, etwa durch die Unterstützung der Madrid Charta 2017 zum Ehrenamt in Hospiz und Palliative Care. Die Charta, die unter dem Titel „Voice of Volunteering“ im Mai dieses Jahres von der Europäischen Gesellschaft für Palliative Care (EAPC) präsentiert wurde, will das Ehrenamt in den vielfältigen Aspekten und der eigenen Rolle stärken und ruft alle auf, den wichtigen Beitrag der ehrenamtlich Tätigen vom begleitenden Da-Sein bis zu organisatorischen Tätigkeiten anzuerkennen und den Einsatz in der Begleitung von Menschen zu fördern.


Danke für die wertvolle Zeit

Am kommenden Sonntag, 3. Dezember ist der Internationale Tag für Menschen mit Behinderung. Auch einige unserer Ehrenamtlichen begleiten Menschen mit einer Behinderung auf ihrem Weg des Abschieds - durch Gespräche, Ratschläge, Tipps, viele Telefonate mit Angehörigen, aufmunternde Worte oder einfach nur durch ihre Gegenwart. Dieses Engagement macht einen wichtigen Unterschied, wie folgender Brief an Helga Große-Klußmann zeigt. Sie ist seit über 22 Jahren ehrenamtlich als Hospizbegleiterin für das Malteser Hospiz-Zentrum aktiv. 

Liebe Frau Große-Klußmann,
leider haben wir uns nicht persönlich kennengelernt, umso mehr habe ich von den Mitarbeitern des Hilda-Heinemann-Hauses und dem Haus Alstertal über Sie gehört. Sie haben Herrn S. durch eine schwere Zeit geholfen, in dem Sie bei ihm waren und sich um ihn gekümmert haben. Sie haben ihm sehr gut getan und ihm durch Ihr so langes und regelmäßiges Kommen viel Stabilität und Menschlichkeit gegeben. Das ist wertvoll wie ein Juwel und ich möchte mich als rechtliche Betreuerin von Herrn S. und in seinem Namen sehr herzlich dafür bei Ihnen bedanken. Menschen wie Sie bereichern und füllen unsere Welt, machen sie leichter und gefühlvoller, bringen Herz und Zeit. Ich bin sicher, dass Herr S. Sie in seinem Vergessen nicht vergessen wird, weil er Sie in sein Herz geschlossen hat. Das bleibt als dankbare Verbundenheit. Danke für Ihren großen Einsatz und Engagement. Wir wünschen Ihnen alles erdenklich Gute!
Herzlichst B. S.


Adventsbasar für den Kinder- und Jugendhospizdienst am 24. und 25. November in Heilig Kreuz

Genießen und Gutes tun, beim Adventsbasar von Heilig Kreuz. Foto: Peter A/pixelio.de

Mit ungebremstem Einfallsreichtum bereitet das Team der Gemeinde Heilig Kreuz wieder den traditionellen Adventsbasar vor. Es gibt zahlreiche Gründe, am Samstag, 25. November (11 bis 17 Uhr) und am Sonntag, 26. November (11 bis 13 Uhr) in der Farmsener Landstraße 181 vorbeizuschauen. Für die Kinderbetreuung ist gesorgt, so können auch Eltern entspannt schlendern und aussuchen.

Die Erbsensuppe der Malteser wärmt von innen. Kuchenliebhaber können am Samstag das gestiftete Kuchenbuffet plündern. Auf Adventskalenderfreunde wartet der Spendenadventskalender mit attraktiven Preisen der Walddörfer Geschäftswelt. Feinschmecker haben die Gelegenheit, einen Platz am kunstvoll gedeckten Tisch zu ergattern und sich ein 6-Gänge-Menu servieren zu lasen. Alle Einnahmen gehen an den Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser und die Arche in Jenfeld.  

Der Spendenadventskalender ist an mehreren Verkaufsstellen in Volksdorf zu haben. Informationen dazu gibt es unter 0174 738 4362, per E-Mail an spendenadventskalender(at)johannes-prassek(dot)de oder unter www.heilig-kreuz-volksdorf.de.

Wer den Basar finanziell unterstützen möchte, ist ebenfalls herzlich willkommen.

Spendenkonto:  
Kath. Gemeinde Heilig Kreuz Volksdorf
Darlehnskasse Münster eG
IBAN: DE18 4006 0265 1319 1600
Stichwort „Basar 
Projekt: ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst


Ehrenamtskurs „Sterbende begleiten lernen“ im Malteserstift in Schnelsen erfolgreich abgeschlossen

Nun werden die Kursteilnehmer praktische Erfahrungen sammeln. Foto: Uwe Enenkel

Acht Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer haben den Kurs „Sterbende begleiten lernen“ im Malteserstift Bischof-Ketteler in Hamburg-Schnelsen am Samstag, 18. November erfolgreich abgeschlossen. Die Themen Leben, Sterben, Krankheit, Abschied und Tod, die Ideen und Ziele der Hospizbewegung, Nähe und Distanz, Kommunikation und das Ehrenamt standen an den zehn Kurstagen im Mittelpunkt des Kurses. In den sich nun anschließenden Praktika können die ehrenamtlichen Hospizbegleiter praktische Erfahrungen sammeln. Die Kursleiter Uwe Enenkel und Claudia Trilk freuen sich über die hochmotivierten und engagierten neuen Ehrenamtlichen im Hospizdienst.


Singen für einen guten Zweck

Foto: Corinna Woisin

Die beiden Chöre "Gospel On Earth" und "Spirits Of Pop And Gospel" gaben am Sonntag, 12. November um 17 Uhr in der St. Wilhelm Kirche (Hohnerkamp 20, Hamburg-Bramfeld) ein Benefizkonzert zugunsten des Malteser Hospiz-Zentrums. Unter der Leitung von Guido Rammelkamp wurden mitreißende, emotionale, traditionelle und moderne Gospelsongs geboten. Auch beliebte Pop-Stücke gehörten zum Repertoire der Chöre. Rund 300 Zuhörer erfreuten sich an Stücken wie "Caravan of Love", "Even when it hurts", "Touch the Sky" und vielen weiteren Hits, bei denen mitgeklatscht und gegroovt wurde. Das Team des Hospiz-Zentrums freut sich über eine Spendensumme von 1364,83 Euro. Allen Sängern und Spendern vielen Dank dafür.


Über 500 Euro für die Hospizarbeit - Budni-Patentag in der Stadtperle

Stella-Sophie Tatje und Sibylle Heinrich informierten in der Stadtperle über die Arbeit des Hospiz-Zentrums. Foto: MHZ

Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst unterstützt Budni beim Patentag soziale Patenprojekte, wie die Kinder- und Jugendhospizarbeit des Malteser Hospiz-Zentrums. In diesem Jahr sind dabei 514 Euro an Spenden zusammengekommen. Kunden der Filiale Stadtperle in Volksdorf konnten am Samstag, 11. November beim Einkaufen Gutes für Kinder und Jugendliche aus ihrer Nachbarschaft tun. Stella-Sophie Tatje, Koordinatorin im ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst und die ehrenamtliche Hospizbegleiterin Sibylle Heinrich versüßten den Kunden mit selbstgebackenen Waffeln, Kaffee und Kuchen den Einkauf und informierten über die Hospizarbeit des Malteser Hospiz-Zentrums. Viele Besucher versuchten ihr Glück am Glücksrad und unterstützten die Arbeit der Malteser mit einer kleinen Spende. Außerdem war das Aufrunden des Einkaufsbetrages an der Kasse  möglich. Auch die Ehrenamtlichen Claudia Pannecke und Bärbel Joppien unterstützen den Budni-Patentag tatkräftig mit.


Von Knäckebrot und dem Tod, der gar kein Unhold ist

Märchenerzähler Dr. Heinrich Dickerhoff zu Gast in Hamburg-Volksdorf. Foto: Sabine Wigbers

Wenn Heinrich Dickerhoff die Saiten seiner hellbraunen Kantele zupft, ist es, als würde er ein großes altes Märchenbuch aufschlagen. Im Raum wird es still, die Zuhörer sind dann mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei seinen mit Bedacht gewählten Worten. Diese erzählen vom Tod und dem Umgang mit dem Sterben in Märchen aus aller Welt.
Am gestrigen Dienstag, 17. Oktober, war Heinrich Dickerhoff im Rahmen der Hamburger Hospizwoche und auf Einladung des Malteser Hospiz-Zentrums und des Diakonie-Hospizes Volksdorf in Hamburg zu Gast. Im Konventsaal der Kirche am Rockenhof begeisterte der Theologe, Pädagoge und Märchenerzähler seine 60 Zuhörer und erntete viel Begeisterung und langen Applaus für seine einfühlsamen Erzählungen. Im Publikum saßen auch rund 20 Ehrenamtliche, die in der Trauerarbeit aktiv sind. Besonders auf ihr Engagement ging Dickerhoff immer wieder ein: „Die Hospizbewegung hat in den letzten Jahren so viel zum Positiven verändert. Ehrenamtliche können zwar die Welt nicht retten, aber viel bewegen. Das beeindruckt mich.“
Den Tod nicht als Schreckgespenst zu sehen, die Trauer nicht das ganze Leben bestimmen zu lassen und immer wieder neue Hoffnung zu schöpfen, dazu sollten die unterschiedlichen Geschichten, die Dickerhoff mitgebracht hatte, motivieren. Er wagte den Gedanken, in der Trauer auch etwas Gutes zu sehen: „Wer nicht trauert, hat nichts Kostbares erlebt. Das macht die Trauer nicht leichter, aber in der Trauer steckt somit auch immer etwas Wertvolles.“

Trauer könne tragen, aber auch lähmen, so unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich sei auch ihr Umgang mit dem Tod. Dickerhoffs unterschiedliche Erzählungen zeigten an diesem Abend genau das auf: Das alte argentinische Märchen, in dem eine junge Frau trotz des Todes ihres geliebten Mannes neuen Lebensmut fassen kann, wird der Geschichte eines alten Lords, der den Tod seiner Tochter sein ganzes Leben nicht verwinden kann, gegenübergestellt. Tod und Sterben seien nach wie vor bei den meisten Menschen mit einer großen Furcht verbunden. „Dabei ist der Tod gar kein Unhold. In den Märchen wird es deutlich, er macht nur seinen Job.“ Dickerhoff will mit solchen Aussagen nicht provozieren, aber doch zum Nachdenken anregen.
Zum Ende des Abends erzählte Dickerhoff das Märchen vom Tod und dem Knäckebrot, in dem es um den kranken Vater einer schwedischen Familie geht: Sein Sohn fragt sich, warum der Vater so tief schläft. Er möchte ihn aufwecken, schafft es aber nicht. Seine Idee: Wenn ich laut Knäckebrot (damals ein wichtiges Lebensmittel armer Familien) knabbere, wird der Vater schon wieder erwachen. Die in Armut lebende Familie hat kein Brot zuhause, also bettelt der Junge bei den Nachbarn. Niemand gibt ihm etwas, bis er an das Haus eines alten Mannes kommt. Dieser lässt ihn herein und schärft seine Sense. Der Junge berichtet ihm von seinem kranken Vater und bittet um etwas Knäckebrot. Der Alte gibt es ihm, schärft seine Sense erneut und sagt: „Jetzt müssen wir gehen. Wir haben den gleichen Weg.“ Zuhause angekommen fängt der Junge gleich an, am Knäckebrot zu knabbern, aber der Vater rührt sich nicht. „Ach, lieber Ohm, nimm du doch auch ein Stückchen Brot und beiß ab! Vielleicht wacht er dann auf!“ Und der Tod nimmt ein Stück Brot, setzt sich und isst. Das knistert und knackt so herrlich lebendig im ganzen Zimmer. Der Sand in der Lebensuhr des Kranken aber rinnt und rinnt – und mit dem Sand zerrinnt seine Lebenszeit. Der Tod hat so damit zu tun, sein Knäckebrot zu knabbern, dass er vergisst, mit seiner Sense zuzuschlagen, als der letzte Sand aus dem Stundenglas rinnt. So hat der Tod keine Macht mehr über den Kranken und verschwindet. Langsam wacht der Vater wieder auf, sein Leben kehrt wieder zurück. „Mein lieber Junge. Wie gut sich das anhört, wenn du Knäckebrot knabberst“ sagt er. „Gib mir doch auch ein Stück.“
Dickerhoff schließt den Abend und das imaginäre Märchenbuch mit Tönen der Kantele: „Der Junge macht den Tod zu seinem Kompagnon. Die Hospizbewegung hat genau wie diese und andere Märchen, dazu beigetragen, dass der Tod angenommen werden kann und seinen Schrecken verliert.“

Die Hamburger Hospizwoche will durch diese und zahlreiche weitere Themenabende den Tod, das Sterben und den Umgang damit in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rücken.
Dr. Heinrich Dickerhoff ist pädagogischer Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld/Cloppenburg und verfasste ein Buch zu Märchen in der Sterbe- und Trauerbegleitung. Der Theologe, Pädagoge und Autor ist seit 25 Jahren Märchenerzähler und war bis 2012 Präsident der Europäischen Märchengesellschaft.


Kostenfreie Informationsveranstaltung am 20.10.: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Die Malteser helfen bei allen Informationen rund um die Vorsorge. Foto: Ruprecht Stempell

Das Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5, Nähe U-Bhf. Volksdorf) bietet im Rahmen der Hamburger Hospizwoche am Freitag, 20. Oktober um 18 Uhr einen kostenfreien Informationsabend zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht an. Auf Wunsch können Interessierte im Anschluss individuelle Beratungstermine vereinbaren. Wir bitten um Anmeldung unter 040 603 3001 oder per E-Mail an hospiz-zentrum.hamburg(at)malteser(dot)org. Bei Fragen zur Veranstaltung steht Astrid Karahan gerne unter selbiger Nummer zur Verfügung.


Letzte Hilfe: Umsorgen von schwer erkrankten und sterbenden Menschen am Lebensende

Foto: andeas160578/Pixabay

Der Kurs Letzte Hilfe vermittelt Interessierten, die einen Nahestehenden am Ende des Lebens begleiten möchten, Grund- und Basiswissen zum Thema. In der Schulung, die sich in erster Linie an Nichtfachkräfte richtet, lernen die Teilnehmer, dass die Unterstützung eines sterbenden Menschen auch ohne umfassende Ausbildung in der Familie oder Nachbarschaft möglich ist. Der Kurs soll ermutigen, sich Sterbenden zuzuwenden und uns die Hilflosigkeit im Umgang mit schwererkrankten und sterbenden Menschen nehmen. Was kann man für einen Menschen am Ende seines Lebens tun? Hier gibt der Letzte Hilfe Kurs Antworten und vermittelt Grundlagenwissen und Orientierung zum Thema Sterbebegleitung. Den Teilnehmern werden sowohl konkrete Hilfemöglichkeiten und lokale Netzwerke vorgestellt, als auch Anregungen und praktische Übungen an die Hand gegeben. Die Kurse stehen jedem offen und werden als kompakte Tageskurse (3,5 Stunden) angeboten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten. Mehr zum Thema auch unter www.letztehilfe.info

Flyer LETZTE HILFE KURS

Nächster Kurstermin:
Dienstag, 28. November 2017, 18:00 Uhr
Begegnungsstätte Bergstedt, Bergstedter Chaussee 203, 22395 Hamburg

Ansprechpartner und Kursleitung:
Astrid Karahan und Uwe Enenkel
Koordinatoren und Palliative Fachberatung
Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard
Halenreie 5
22359 Hamburg
Tel. 040/ 603 30 01
www.malteser-hospiz-hamburg.de


Akteure der Hospiz- und Palliativarbeit Hamburg danken NDR für großartige Unterstützung

Corinna Woisin bedankte sich bei NDR-Intendant Lutz Marmor und den Zuschauern/Hörern des NDR für rund 47.000 Euro. Foto: Christian Budde

Im Rahmen eines Empfangs lud der LandesVerband Hospiz- und Palliativarbeit Hamburg e.V. mit seinen Mitgliedseinrichtungen am 10. Oktober Mitarbeiter des NDR ein, um sich für die erfolgreiche Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ zu bedanken. Bei der Veranstaltung stellten die Vertreter verschiedener Organisationen der Hospiz- und Palliativarbeit im Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus, einer Einrichtung für Bildung und Trauerbegleitung, ihre Projekte vor, die durch die Spendenaktion ermöglicht wurden. Im Dezember 2016 berichtete der NDR zwei Wochen lang in 1.200 Sendebeiträgen über die Hospiz- und Palliativarbeit im Norden und sammelte mit prominenter Unterstützung insgesamt 3,6 Millionen Euro Spenden für den Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV). 44 der 580 Förderanträge der Organisationen aus den Landesverbänden kamen aus Hamburg, fünf davon wurden von den Maltesern gestellt. Dabei freute sich das Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard über eine Summe von 46.856,22 Euro, welche nun für die Teilfinanzierung verschiedener Projekte verwendet wird. Geplant ist die Anschaffung eines Dienstautos, ein weiterer Betrag wird für die Gestaltung einer Räumlichkeit für Schulungen investiert sowie für Trauerbefähigungskurse und einen Familienausflug im Kinder- und Jugendhospizdienst genutzt.

Anhand einer kurzen Vorstellung des neuen Angebotes eines Traueraufbaumoduls für Trauerbegleiter am Malteser Hospiz-Zentrum erläuterte Corinna Woisin die detaillierte Verwendung der Gelder für eines der insgesamt fünf Projekte, die dank der Spendeneinnahmen verwirklicht werden können. Die Leiterin des Hospiz-Zentrums bedankte sich im Namen ihres Teams nochmals herzlich für die Unterstützung des NDR und zeigte sich beeindruckt von der Spendenbereitschaft von insgesamt 49.000 Menschen, die damit einen wichtigen Beitrag für die Hospizarbeit in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geleistet haben. „Der großzügige Spendenbeitrag bringt uns in unserer täglichen Arbeit im Hospiz-Zentrum riesig voran und wir freuen uns nun mit der Umsetzung der Projekte beginnen zu können.“, so Woisin. Über das Malteser Hospiz-Zentrum begleiten rund 154 geschulte ehrenamtliche Begleiter schwerkranke und sterbende Menschen in vertrauter Umgebung, wie dem eigenen Zuhause, in stationären Einrichtungen, Pflegeheimen oder Hospizen. Neben der ehrenamtlichen Begleitung bietet das Hospiz-Zentrum eine kostenfreie palliative Beratung und Begleitung durch Fachkräfte.


Social Day am Hospiz-Zentrum

Die Teilnehmer des Malteser Social Days am Hospiz-Zentrum übernahmen Gartenarbeiten. Foto: Ingeborg Dallmann

Sechs Mitarbeiter der Commerzbank haben sich am 22. September im Rahmen des Malteser Social Days am Hospiz-Zentrum als engagierte Gärtner betätigt. Mit Scheren und Hacken ausgerüstet, stutzten sie Hecken, brachten Sträucher in Form und entfernten Unkraut, wodurch die Auffahrt zum Gebäude auf die Besucher des Hospiz-Zentrums nun wieder sehr einladend wirkt. Zwischendurch gab es als Stärkung einen Imbiss für die ehrenamtlichen Helfer, begleitet von einem intensiven Austausch zum Thema Hospizarbeit und den konkreten Aufgaben vor Ort, wie u.a. der Schulung ehrenamtlicher Begleiter und deren unterschiedlichen Einsatzbereiche.


Sterbende begleiten lernen: neuer Kursdurchgang für Ehrenamtliche

Mit dem Tod der Raupe entsteht ein Schmetterling. Foto: Pixabay

Das Malteser Hospiz-Zentrum startet im Malteserstift Bischof-Ketteler (Kettelerweg 5) einen neuen Kurs „Sterbende begleiten lernen“. Der Kurs soll ehrenamtliche Mitarbeiter auf die Begleitung von Menschen vorbereiten, die mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind. Am Dienstag, 5. September findet im Malteserstift Bischof-Ketteler ein Infoabend über die Schulung neuer Ehrenamtlicher statt. Der Grundkurs umfasst 50 Unterrichtsstunden in der Zeit vom 22. September bis zum 11. November und kostet 130 Euro. Anmeldungen bei Kursleiter Uwe Enenkel unter Tel. 603 3001 oder per E-Mail an hospiz-zentrum.hamburg(at)malteser(dot)org.


Sommerfest im Malteser Hospiz-Zentrum mit über hundert Besuchern

Die Gäste des Sommerfestes winken für die Kamera, um der stellvertretenden Hospizleitung, Astrid Karahan, Geburtstagsgrüße zu schicken. Foto: J. Stieß

Festlich geschmückt ist der weitläufige Garten des Malteser Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard in Hamburg-Volksdorf als die ersten Gäste fröhlich gelaunt eintreffen. Insgesamt 110 Besucher folgten am 4. Juli der Einladung zum Sommerfest 2017 und freuten sich bei angenehm warmen und trockenen Temperaturen über das gesellige Beisammensein und den gemeinsamen Austausch vor Ort. Nach persönlichen Gruß- und Dankesworten der Leitung Corinna Woisin und Peter J. Gerhartz als Vorsitzender des Hospiz-Freundeskreises Bruder Gerhard e.V., die ganz besonders den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz in der Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden galten, hatte jeder die Möglichkeit einen Stein zum Gedenken an einen Verstorbenen im letzten Jahr unter einem Baum im Garten niederzulegen. Das Ritual, das bereits zum dritten Mal stattfand, wurde von Klaus Stieper begleitet, der sich ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe Spiritualität engagiert und mit einem Gebet von Stefan Klinkhamels, ehrenamtlicher Hospizbegleiter und Diakon, eingeleitet.

Im Anschluss gab es bei Live-Musik der Band „The Soul Funk Family“ verschiedene Köstlichkeiten, die Ehrenamtliche des Hospiz-Zentrums für das üppige Buffet beisteuerten. Und auch die ehrenamtlichen Helfer der Malteser Gliederung in Ahrensburg sorgten für das leibliche Wohl der Gäste, indem sie Leckeres vom Grill servierten. Am Ende des Abends, der von Heiterkeit, Wertschätzung und einem guten Miteinander geprägt war, sah man in viele glückliche Gesichter.


„Sterbende zu begleiten, heißt vor allem da sein“ - Infoabend am 11. Juli für Interessierte am Kurs "Sterbende begleiten lernen"

Für Sterbebegleiterin Maria Behrend gehört der Tod zum Leben dazu. Foto: S. Langos

Hamburg-Schnelsen. Maria Behrend kennt sich mit dem Abschiednehmen aus: Schon in jungen Jahren starb ihr Bruder an Krebs und auch ihre eigene Mutter hat die Hamburgerin im Sterben begleitet. So musste sie sich schon früh mit dem Lebensende auseinandersetzen. Daher lag es für die 68-Jährige nahe, sich als Sterbebegleiterin zu engagieren: „Ich möchte gerne etwas von meiner Zeit anderen Menschen zur Verfügung stellen. Außerdem wollte ich etwas tun, das die Tiefe des Seins berührt.“

Durch einen Zeitungsbericht erfuhr Maria Behrend vom Kurs „Sterbende begleiten lernen“, den das Team des Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard regelmäßig im Malteserstift Bischof Ketteler anbietet. Der Kurs bereitet Interessierte auf ein Ehrenamt als Sterbebegleiter vor und soll Ängste vor dem Thema Sterben nehmen. „Wir haben uns damit beschäftigt, was Sterben bedeutet, wie wir es selbst im Freundes- oder Familienkreis erlebt haben, wie wir am besten mit Sterbenden kommunizieren und was ein sterbender Mensch braucht“, so Behrend. Dabei sei auch die eine oder andere Träne geflossen, aber auch das gehöre dazu. Und natürlich wurde auch viel miteinander gelacht.

Sterbebegleiter besuchen schwerkranke Menschen auf ihrem letzten Weg – ob zu Hause, in einem stationären Hospiz oder im Pflegeheim. Wie Maria Behrend, sie besucht seit Januar jeden Dienstag eine alte Dame im Malteserstift Bischof-Ketteler in Hamburg-Schnelsen. „Sie erkennt mich nicht, wenn ich zur Tür hereinkomme. Deswegen reiche ich ihr das Mittagessen, um mit ihr in Kontakt zu kommen“, erzählt Behrend. Denn die Seniorin kann keine vollständigen Sätze mehr sprechen. Manchmal massiert die Sterbebegleiterin ihr die verspannte Schulter, erzählt oder ist einfach da, wenn die alte Dame ruht. Die Ehrenamtliche entscheidet selbst, wie lange sie bleibt, meist verabschiedet sie sich nach eineinhalb Stunden.

„Jemanden am Ende des Lebens zu begleiten, heißt vor allem da sein, aushalten, ohne Ansprüche an den Menschen, den ich besuche. Das kann auch anstrengend sein, wenn ich bewusst auf meine Atmung und meine Bewegungen achte, aber ich kann auch einfach still sitzen und leise lesen“, so Maria Behrend. Wie sie damit umgeht, dass die Menschen, die sie besucht beim nächsten Mal schon nicht mehr da sein könnten? „Ich würde das sehen, wenn jemand auf die Reise geht. Und das gibt mir die Möglichkeit, mich damit auseinanderzusetzen. Natürlich wäre ich traurig, aber ich würde ihr eine gute Reise wünschen und dann loslassen“, ist sich Behrend sicher. Eine gute Sterbebegleiterin ist für Maria Behrend jemand, der sich selbst kennt und der Mut hat, auch mal auf Distanz zu gehen. „Anfangs hatte ich Angst, zu sehr mitzufühlen, denn ich bin ein sehr gefühlvoller Mensch. Aber mir ist sehr bewusst, dass der Tod zum Leben dazugehört.“

Der Grundkurs umfasst 50 Stunden sowie ein Praktikum und kostet 130 Euro. Alle vier Wochen erhalten die Ehrenamtlichen fachliche Begleitung (Supervision), um gemeinsam über das Erlebte zu sprechen und von den Erfahrungen anderer Sterbebegleiter lernen zu können.

Am Dienstag, 11. Juli findet um 18:30 Uhr im Malteserstift Bischof-Ketteler (Kettelerweg 5) ein Infoabend über die Schulung neuer Ehrenamtlicher statt. Anmeldungen bitte bei Kursleiter Uwe Enenkel unter 040 603 3001 oder per E-Mail an hospiz-zentrum.hamburg(at)malteser(dot)org.


Grundkurs „Sterbende begleiten lernen“ erfolgreich abgeschlossen

Die Teilnehmer des Grundkurses freuen sich auf ihre Mitarbeit am Malteser Hospiz-Zentrum. Foto: Corinna Woisin

Seit April besuchten 14 Teilnehmerinnen und drei Teilnehmer im Alter zwischen 22 und 74 Jahren am Malteser Hospiz-Zentrum den Grundkurs „Sterbende begleiten lernen“ zur Befähigung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern, den sie nun mit Erfolg abgeschlossen haben. Dabei haben sich die Ehrenamtlichen in insgesamt 50 Unterrichts-  stunden mit den Themen Sterben, Tod und Trauer befasst, wie beispielsweise der Wahrnehmung und Kommunikation mit Sterbenden bei der Begleitung schwerkranker Menschen oder auch der Spiritualität in der Sterbebegleitung. Alle Teilnehmer haben sich für eine künftige Mitarbeit entschieden und beginnen nun ihre Praktika, bevor der Vertiefungskurs ab September startet.


Kinder singen für Kinder

Der Chor der Grundschule Fahrenkrön und drei weitere Kinderchöre stellten ihr Können vor einem großen Publikum unter Beweis. Foto: Corinna Woisin

Ein Benefizkonzert von Kindern für Kinder in der Kirche am Rockenhof in Hamburg-Volksdorf zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz-   dienstes des Malteser Hospiz-Zentrums und für die Betreuung minderjähriger Kinder der Malteser Flüchtlingshilfe in Rahlstedt sorgte am 17. Mai für Begeisterung. Vier Kinderchöre aus der Region brachten die voll besetzte Kirche zum Klingen und sorgten mit ihrem bunten musikalischen Programm für eine wunderbar fröhliche Stimmung. Im Spendentopf landeten insgesamt 1.158,56 Euro, die jeweils zur Hälfte auf beide Dienste aufgeteilt werden.


Social Day im Hospiz-Zentrum

Vier Haspa-Mitarbeiterinnen engagierten sich beim Social Day im Hospiz-Zentrum. Erika Seligmann begleitete sie durch den Projekt-Tag. Foto: Astrid Karahan

Beim Malteser Social Day wird aus einem normalen Arbeitstag ein soziales Erlebnis unter Kollegen. So auch am 16. Mai, als vier Mitarbeiterinnen der Hamburger Sparkasse (Haspa) im Malteser Hospiz-Zentrum kräftig mit angefasst haben. Ihr Arbeitgeber hatte sie für diesen Tag von ihrer eigentlichen Arbeit freigestellt.

Die engagierten Frauen erhielten zu Beginn des Tages einen kurzen Einblick in die Hospizarbeit der Hamburger Malteser und nahmen ein Frühstück zu sich, um dann gestärkt drei Wagenladungen Sperrmüll zu entsorgen. Anschließend reinigten sie den Keller des Hospiz-Zentrums, eine wichtige Voraussetzung, damit dort zukünftig ein neuer Seminarraum eingerichtet werden kann. Beim gemeinsamen Räumen und Putzen sowie in den Pausen gab es intensiven Austausch zur ambulanten Hospizarbeit mit den vielen Tätigkeitsfeldern. Erika Seligmann, Service-Mitarbeiterin im Hospiz-Zentrum, begleitete die Haspa-Mitarbeiterinnen durch den Projekt-Tag.
Das Team des Hospiz-Zentrums bedankt sich herzlich für die unkomplizierte Unterstützung!


Ausstellung „Sehzeichen“ ab 12. Mai im Malteser Hospiz-Zentrum — Grafiken und Malerei von Otto Beckmann

Otto Beckmann: Wo einst die 7 Zwerge wohnten, Mischtechnik und Blech, 2015 (120x90cm).

Der Maler, Grafiker und Radierer Otto Beckmann (*1945) wird am Freitag, 12. Mai um 18 Uhr  im Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard (Halenreie 5) zu Gast sein, um seine Ausstellung „Sehzeichen“ zu eröffnen. Beckmann bezeichnet sich selbst als leidenschaftlichen Druckgrafiker mit besonderer Vorliebe für die Radierung. Dabei experimentiert er mit klassischen Werkzeugen wie Radiernadel, Schaber, Polierstahl oder Säuren, rückt den Druckplatten aber auch mit Drahtbürste, Winkelschleifer, Hammer oder Bohrmaschine und Beitel zu Leibe. „Meine Arbeiten sind für mich Lebensmittel und Orientierung in der Welt, sie sind meine Sehzeichen“, sagt Beckmann. Der freischaffende Künstler lebt und arbeitet in Hamburg und hat seine Druckwerkstatt in Neustadt an der Lübecker Bucht. Interessierte können die Ausstellung zur Eröffnung am 12. Mai um 18 Uhr oder nach telefonischer Absprache  040 / 603 30 01 bis zum 28. Juli im Malteser Hospiz-Zentrum in Volksdorf besuchen.  


Kostenfreie Informationsveranstaltung "Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht"

Foto: bbroianigo/pixelio.de

Das Malteser Hospiz-Zentrum bietet am Dienstag, 25. April um 18 Uhr einen kostenfreien Informationsabend zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht an. Auf Wunsch können im Anschluss individuelle Beratungstermine vereinbart werden. Um Anmeldung wird gebeten. Veranstaltungsort: Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard. Weitere Informationen und Anmeldungen bei Astrid Karahan, Tel. (040) 603 3001, E-Mail: hospizzentrum.hamburg(at)malteser(dot)org


Budnianer-Hilfe startet Patenschaft mit dem Kinder- und Jugendhospizdienst

Foto: Roswitha Brandt

Mit einem bunten Stand informierte das Team des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes im Rahmen eines Aktionstages der BUDNI-Filiale „Stadtperle“ in Volksdorf am 1. April Interessierte über ihre Arbeit. Gegen Spenden gab es leckeren selbstgebackenen Kuchen, der von den ehrenamtlichen Hospizbegleitern angeboten wurde. An der Kasse des Drogeriemarktes hatten die Kunden die Möglichkeit, ihren Einkauf zugunsten der Malteser Hospizarbeit aufzurunden. Insgesamt wurden 448,85 Euro gespendet – hierfür herzlichen Dank an die BUDNI-Kunden, die an der Kasse so großzügig aufgerundet haben und für das Engagement der Mitarbeiter. Künftig sammelt die BUDNI-Filiale in Volksdorf in Kooperation mit dem Hospiz-Zentrum an zwei Patenschafts-Aktionstagen im Jahr für die Malteser Hospizarbeit und unterstützt damit ein soziales Projekt aus der Nachbarschaft. Es war ein gelungener Auftakt der Patenschaft! 


Spende für Hospiz-Zentrum durch Kalenderverkauf des Walddörfer Sportvereins

Scheckübergabe mit Gunnar Ahlers (Finanzkontor Alstertal), Roswitha Brandt (Malteser Hospiz-Zentrum), Tim Cramer (Finanzkontor Alstertal) und Jan Erdmann (Walddörfer SV 2. Herren) am 31. März. Foto: Matthias Scharf

Über eine Spende in Höhe von 400 Euro der 2. Fußballherrenmannschaft des Walddörfer SV in Kooperation mit dem Finanzkontor Alstertal zugunsten der Malteser Hospizarbeit freute sich das Team des Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard. Durch den Verkauf eines eigenen Kalenders der Amateurfußballer für 5 Euro pro Stück kam eine beachtliche Spendensumme zusammen, die vom Finanzkontor Alstertal noch aufgerundet wurde. „Als lokales Unternehmen unterstützen wir gern die Hospizarbeit in den Walddörfern“, so Gunnar Ahlers vom Finanzkontor Alstertal, das auch die Finanzierung des Kalenders übernahm. Die Fußballherren des Walddörfer SV engagierten sich bereits im Sommer 2016 durch die Teilnahme am Spendenlauf für den Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst.
„Der Kalenderverkauf ist eine großartige, kreative Aktion und die Spende eine wertvolle Unterstützung für unsere Arbeit. Ein ganz großes Dankeschön an alle, die dies ermöglicht haben“, freut sich Roswitha Brandt vom Malteser Hospiz-Zentrum.


Neues Angebot: Spaziergang in Zeiten der Trauer am 23. April

Foto: Rainer Sturm/pixelio.de

Die Malteser laden Trauernde ein, bei einem Spaziergang Zeit und Weg mit anderen Betroffenen zu teilen, über den Verlust zu reden oder zu schweigen. Das Angebot gibt es erstmalig am Sonntag, 23. April um 15 Uhr. Weitere Spaziergänge finden an den Sonntagen 9. Juli und 8. Oktober statt.

Beim Spaziergang können Trauernde mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen. „Das fällt vielen Menschen im Gehen leichter. Dadurch kann auch im Inneren etwas in Bewegung kommen“, sagt Claudia Trilk, die im Malteser Hospiz-Zentrum Trauernde berät. So können durch das Gehen in der Natur die Gedanken leichter fließen und Momente der Entspannung entstehen. „Und der Sonntag ist für Alleinstehende und Trauernde oft ohnehin ein besonders schwieriger Tag“,  ergänzt sie. Die Gehzeit beträgt eine bis eineinhalb Stunden in moderatem Tempo (bei jedem Wetter). Der Spaziergang beginnt am Parkplatz direkt vor dem Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5). Die Malteser bitten um Anmeldung unter Telefon 040 603 30 01. Trauerberatung und Einzelgespräche sind nach Absprache jederzeit möglich.


5. Walddörfer Hospiztag am 2. März 2017

Verena Kast thematisiert den Umgang mit der Sinnlosigkeit in der Trauer- und Sterbebegleitung.

Die Freunde und Förderer des Diakonie-Hospizes Volksdorf und der Hospiz-Freundeskreis Bruder Gerhard e.V. des Malteser Hospiz-Zentrums laden sehr herzlich gemeinsam zum 5. Walddörfer Hospiztag ein, der dieses Jahr den Umgang mit der Sinnlosigkeit in der Trauer- und Sterbebegleitung thematisiert. Verena Kast studierte Psychologie, Philosophie und Literatur und promovierte in Jungscher Psychologie. Sie war Professorin für Psychologie an der Universität Zürich, Dozentin und Lehranalytikerin und Psychotherapeutin in eigener Praxis. Sie hat zahlreiche, viel beachtete Werke zur Psychologie der Emotionen, zu Grundlagen der Psychotherapie und der Interpretation von Märchen und Träumen verfasst. Einige ihrer Bücher wurden zu Bestsellern und sind nicht nur an Fachleute gerichtet.

Einen Schwerpunkt nimmt dabei die Auseinandersetzung mit dem Trauerprozess ein. Das Modell der Trauerphasen von Verena Kast hat weltweit Beachtung in Wissenschaft und Forschung gefunden. Umso mehr freuen wir uns diese renommierte Persönlichkeit für einen Vortrag im Rahmen des Walddörfer Hospiztages gewonnen zu haben.

Verena Kast „Wenn der Sinn abhanden kommt – vom Aushalten der Sinnlosigkeit“

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 2. März 2017, 19 Uhr
amalieFORUM im Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus
Haselkamp 33 in 22359 Hamburg

Für die Fortbildung erhalten beruflich Pflegende zwei Fortbildungspunkte.

Flyer zum Vortrag 

Kontakt:
Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard
Corinna Woisin, Tel. 040 / 603 3001, E-Mail: Hospiz-zentrum.hamburg(at)malteser(dot)org

Diakonie-Hospiz Volksdorf
Andreas Hausberg, Tel. 040 / 644 11 5330, E-Mail: andreas.hausberg(at)albertinen(dot)de


Tag der Kinderhospizarbeit

Der bundesweite „Tag der Kinderhospizarbeit“ am Freitag, 10. Februar will Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken, das im Alltag nur den Betroffenen selbst präsent ist: die Situation von Kindern und Jugendlichen mit einer lebensverkürzenden Krankheit und deren Familien. Der Aktionstag will in diesem Zusammenhang die Arbeit der Kinderhospize und der ambulanten Kinder-und Jugendhospizdienste in den Mittelpunkt rücken. In Volksdorf begleiten die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter des Malteser Hospiz-Zentrums Bruder Gerhard seit sechs Jahren betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung. Ebenfalls unterstützen die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendhospizdienstes Kinder eines schwersterkrankten, sterbenden Elternteiles.

 

Rund 30 geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter schenken Zeit, sind Gesprächspartner und offen für Fragen und Nöte, sie ermöglichen Freiräume innerhalb der Familie, geben Unterstützung und Hilfestellung im Alltag, wie zum Beispiel: spielen, vorlesen, spazieren gehen, bei den Hausaufgaben helfen. Sie stärken die Familien in ihren Bedürfnissen.


Unterstützung in der Trauer:

Für trauernde Familien, Kinder und Jugendliche gibt es individuelle Beratungsangebote, je nach Alter und persönlichen Bedürfnissen. Eine regelmäßig stattfindende Kindertrauergruppe bietet Raum für den kindlichen Umgang mit Verlust. Auch in Kindergärten und Schulen bietet das Team des Kinder- und Jugendhospizdienstes Beratungen und Projekte zu den Themen Sterben, Tod und Trauer an.

 

Ehrenamtlich mitarbeiten:
Für interessierte Ehrenamtliche, die sich in der Hospizarbeit engagieren möchten, findet am Dienstag, 14. Februar um 18:30 Uhr ein unverbindlicher Infoabend im Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5) statt. Wir bitten um Anmeldung unter Telefon (040) 603 30 01.

 

Roswitha Brandt vom Malteser Hospiz-Zentrum steht für weitere Informationen zu diesen Angeboten gerne unter Telefon (040) 606 85 117 zur Verfügung.


Neuer Kursdurchgang "Sterbende begleiten lernen" ab April

Foto: Luise/pixelio.de

Im Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5) startet am Freitag, 7. April ein neuer Durchgang des Grundkurses "Sterbende begleiten lernen" für die Befähigung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern. Der Kurs umfasst Themen rund um Sterben, Tod und Trauer, beispielsweise die Begleitung schwerkranker Menschen, Wahrnehmung und Kommunikation mit Sterbenden, Spiritualität in der Sterbebegleitung sowie Trauer und Trauerwege. Der Kurs umfasst 50 Unterrichtsstunden von April bis Juni. An den Kurs schließt ein Praktikum an, wenn Interessierte auch die Schulung zum Thema "Prävention von sexueller Gewalt bei Kinder, Jugendlichen oder erwachsenen Schutzbefohlenen am Samstag, 10. Juni besuchen. Der Grundkurs kostet 130 Euro (inkl. Arbeitsmaterialien und Pausenverpflegung). Bei Interesse können Teilnehmer anschließend von August bis November am Vertiefungskurs teilnehmen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Malteser Hospiz-Zentrum Malteser Hospiz-Zentrum unter Telefon 040 603 3001 oder per E-Mail an hospiz-zentrum.hamburg(at)malteser(dot)org.

Schulungsflyer "Sterbende begleiten lernen"

Das Team das Hospiz-Zentrums lädt Interessierte am Dienstag, 14. Februar zu einem Informationsabend von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr in die Halenreie 5 ein.


„Eine Sprache für meine Trauer“ - Gesprächskreis für Trauernde ab 15. März

Evelyn Petry hat durch die Trauerbegleitung "eine Sprache für [ihre] Trauer" gefunden. Foto: Stefanie Langos

Als Evelyn Petry gut einen Monat nach der Trauerfeier für ihren verstorbenen Mann im Oktober 2015 zum ersten Mal allein den Friedhof besuchte, spürte sie, dass dieser Gang nicht leicht werden würde. Sie sprach zwei Frauen an, ob sie kurz stehen bleiben könnten und so kamen die drei Witwen ins Gespräch. Die beiden Damen luden Evelyn Petry zum Trauercafé ins Malteser Hospiz-Zentrum nach Hamburg-Volksdorf ein. Jeden letzten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr haben Hinterbliebene dort die Möglichkeit, bei Kaffee und Kuchen mit Gleichbetroffenen ins Gespräch zu kommen. „Ich habe mich sehr umsorgt gefühlt. Eine Ehrenamtliche hat mir zugehört, sodass ich einfach erzählen konnte“, blickt die 60-Jährige zurück.

Nach dem Tod ihres Mannes gab es das alte Leben für Evelyn Petry plötzlich nicht mehr. Sie konnte nicht schlafen und nicht begreifen, was passiert war. Durch die Trauerangebote der Malteser befreite sich Evelyn Petry schließlich vom Gefühl der Hilflosigkeit. „Nun konnte und musste ich mich wieder auf mich und meine Bedürfnisse konzentrieren. Für manche Menschen ist diese Erfahrung ganz erschreckend, mir aber tat das gut“, erzählt sie. Wichtig sei für sie gewesen, dass die anderen Besucher des Trauercafés ihren Mann nicht gekannt hatten. „Im Trauercafé oder beim Trauerkochen konnte ich ganz befreit erzählen, weil alle anderen Gäste keine Erinnerungen an meinen Mann hatten. Ein anderer Teilnehmer hat seine Trauer und die ist für mich neu. Somit ist man als Mensch losgelöst vom Verstorbenen, das gibt den Blick wieder frei“, sagt Petry.

Bei einem Vorgespräch für die Teilnahme an einer Trauergruppe erfuhr sie vom Kochen mit Trauernden im Malteser Hospiz-Zentrum. „Ich habe damals gar nicht begriffen, was mit mir und meinem Körper passiert ist, warum ich abnahm, obwohl ich aß. Ich hatte keine Lust, allein für mich zu kochen. Darüber zu reden, wie es mir geht und womit ich mich beschäftige, fand ich kostbar“, so Petry. Ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Mannes besuchte sie schließlich auch die Trauergruppe. „Ich irrte mich gewaltig, als ich dachte, dass ich das zu dem Zeitpunkt nicht mehr brauchen würde“, sagt sie rückblickend. Der Verlust und die darauffolgende Zeit sei für sie eine große Lebenskrise gewesen. Die Berufstätigkeit, aber auch das Trauern außerhalb ihres Freundes- und Familienkreises habe ihr geholfen. „In meinem Umfeld konnte und wollte ich nicht trauern. Ich wusste aber, ich muss das richtig bearbeiten, damit die Vergangenheit ihren Platz findet.“

Themen, die in der Gesprächsrunde für Trauernde bearbeitet wurden, wirkten bei ihr lange nach.
So brachte sie ihre Schlaflosigkeit, das Frieren, Schwitzen und den Gewichtsverlust erst durch den Besuch der Gruppe mit ihrem Verlust in Verbindung. „Ich erkannte, andere Teilnehmer hatten ähnliche Gefühle und Empfindlichkeiten, aber auch ganz andere Symptome, die ich nicht nachvollziehen konnte“, so die 60-Jährige. Dadurch sei ihr die Vielfalt der Trauer erst bewusst geworden. „Die Trauergruppe war für mich eine Chance, mich wieder ins Leben hineinzubegeben“, erzählt sie. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Trauer habe ihr dabei aus der Sprachlosigkeit heraus geholfen: „Ich bin nicht nur traurig und wütend, ich habe oft gar nicht genügend Worte. Jetzt kann ich mich besser ausdrücken. Die Trauergruppe hat mir Worte, eine Sprache für meine Trauer gegeben“, sagt die Ahrensburgerin.

Am Kochen für Trauernde nimmt Evelyn Petry auch über ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes teil. „Dort fühle ich mich sehr zu Hause“, sagt sie. Und selbst nach dem Abschluss der Trauergruppe treffen sich die Teilnehmer heute immer noch alle zwei Monate im privaten Kreis. „Wir haben uns nicht aus den Augen verloren, das finde ich sehr schön, auch wenn ich das nicht erwartet habe, weil wir so verschieden sind“. Aber der Wunsch, Kontakt zu halten und zu erfahren, wie geht es dem anderen gehe, sei groß.

Die nächste Gesprächsgruppe für Trauernde startet am Mittwoch, 15. März im Malteser Hospiz-Zentrum (Halenreie 5). Die Teilnehmer treffen sich immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr (insgesamt zehn Treffen). Die Kosten betragen zehn Euro pro Treffen. Vor der Teilnahme am Gesprächskreis findet ein Orientierungsgespräch statt. Die Termine für das nächste Trauercafé sind Donnerstag, 26. Januar, 23. Februar und 30. März von 16 bis 18 Uhr. Fragen beantwortet Claudia Trilk vom Malteser Hospiz-Zentrum gerne unter Telefon 040 603 3001 oder per E-Mail an claudia.trilk(at)malteser(dot)org.

Weitere Informationen


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