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Malteser Hamburg

Malteser ziehen G20-Bilanz

Besondere Herausforderung gemeinsam gemeistert

10.07.2017
Sanitätsdienst in Steinwerder.
GW San am Behandlungsplatz.
Behandlungsplatz für Verletzte. Fotos: Holger Müller

Ein solches Einsatz-Wochenende haben ehren- und hauptamtliche Malteser in dieser Form noch nicht erlebt: Sie waren Teil der G20-Absicherung, dessen unvorhersehbare Nebenerscheinungen in Hamburg und weit darüber hinaus große Entrüstung hervorgerufen hatten. Die Organisatoren waren davon ausgegangen, dass die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen, die gemeinsam die Feuerwehr und Polizei in der Absicherung des Gipfels unterstützten, vor allem müde oder von Kreislauf-Problemen geplagte Demonstranten versorgen würden. Die erste Bilanz, die die Malteser in Hamburg am heutigen Montag ziehen können, sieht anders aus:

„Erschöpft und erleichtert“ in Worten, „150 Helfer, 9000 Einsatzstunden“ in Zahlen. „Unsere Einsatzkräfte haben 36 Stunden nonstop auf einem Behandlungsplatz Verletzte versorgt. Die größtenteils ehrenamtlichen Helfer kamen aus Ahrensburg, Barmstedt, Emsdetten, Göttingen, Hamburg, Kiel, Lübeck, Neumünster, Osnabrück, Rostock und Timmendorfer Strand. Sie wurden zudem von hauptamtlichen Mitarbeitern aus der Hamburger Diözesangeschäftsstelle unterstützt,“ erklärt André Dankert, Einsatzleiter. „Auf unserem Behandlungsplatz haben wir Polizisten mit unterschiedlichsten Verletzungen und starken Erschöpfungszuständen behandelt.“

Damit die Helfer ihre Arbeit tun konnten, waren Führungskräfte zur Koordination im Einsatz: zwei Malteser Einsatzleiter rund um die Uhr, ein Fachberater in der Feuerwehr Einsatzleitung im 12-Stunden-Dienst, ein sogenannter Meldekopf HiOrg im 24-Stunden-Dienst, der zuständig ist für alle Helfer, sie sich gerade nicht im Einsatz befinden, ein Einsatzführungsdienst. Außerdem waren im G20-Team zwei Priester und zwei Diakone.
Zwei Shuttle-Dienste sorgten dafür, dass die Helfer unbeschadet an ihre Einsatzorte gelangen konnten, ein Helfer war für die Betreuung des Bereitstellungsraumes und die Hintergrundorganisation verantwortlich, vier Malteser Helfer aus dem Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung befanden sich in Kiel in Bereitschaft, ein Feldkoch war im Dienst. An insgesamt fünf Orten leisteten die Malteser Sanitätsdienst: Messe-Gelände (Presse und G20-Gipfel-Tagungsort), am Medien-Zentrum in Steinwerder an der Elbe, am Hotel Atlantic sowie am Cruise Center.
Ein nicht geplanter Teil des G20-Einsatzes, aber nicht weniger bedeutsam: Jugendliche der Malteser Jugend haben sich spontan dazu entschlossen, Polizisten mit Süßigkeiten zu versorgen und so ihre Anerkennung für die Arbeit der Polizei auszudrücken.

Claus Dschüdow, Referent für Notfallvorsorge bei den Maltesern, ist erleichtert: „Trotz der schweren Ausschreitungen, der hohen Anspannung auf allen Seiten und der besonderen Einsatz-Situation sind alle Malteser Helfer heil aus diesem Einsatz zurück gekommen. Wir danken allen Malteser Kollegen aus Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, die gemeinsam diese außergewöhnliche Herausforderung gemeistert haben!“

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