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Malteser Hamburg

Malteser in Litauen bringen Essen zu den Armen

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11.12.2018
Jugendliche des Malteser Hilfsdienstes besuchen eine allein lebende Seniorin in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Foto: Malteser

Vilnius. Der Komponist Jonas M. lebt sehr bescheiden und allein in einer winzigen Wohnung in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Der 71-Jährige ist sehr mager. Von 132 Euro Behindertenrente bleibt manchmal nichts fürs Essen übrig. Alles, was ihm von seinem früheren Leben geblieben ist, sind Erinnerungen und moderne Arrangements von Nachkriegsliedern, die er in seiner winzigen Küche schreibt.

Nach dem Kompositionsstudium am Moskauer Konservatorium kehrte Jonas nach Litauen zurück und arbeitete als Musiklehrer. Während der litauischen Unabhängigkeitsbewegung erlitt der Komponist im Januar 1991 eine schwere Kopfverletzung durch den Gewehrkolben eines sowjetischen Soldaten. Es folgten sechs Monate im Krankenhaus, vier Schlaganfälle und der Verlust seiner Arbeit. „Als Mutter noch lebte, reichte das Geld mit Müh und Not, jetzt ist es sehr schwer“, sagt er. „Ich bin sehr dankbar, dass mir die Malteser Suppe bringen und mir mit Lebensmitteln aushelfen. Mantas ist wie ein Sohn für mich“, sagt der alte Mann über den Ehrenamtlichen, der ihn alle zwei Tage besucht. „Egal wie eilig er es hat, er findet immer Zeit für ein Gespräch.“ Jonas kann seine Wohnung kaum verlassen. „Mir wird schwindlig. Ich habe Angst, hinzufallen und nicht wieder aufstehen zu können.“ Seit Kurzem ist manchmal die Sprache weg und er trägt einen Zettel bei sich, auf dem „Ich kann nicht sprechen“ steht. „Ich habe Angst um die Zukunft. Wie werde ich weiterleben, wie rufe ich um Hilfe?“

2017 verteilten ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter regelmäßig mehr als 151.000 warme Mahlzeiten an 613 alte und bedürftige Menschen. Die Kosten pro Essen betrugen rund 90 Cent. 400 ehrenamtliche Helfer besuchen in 13 Städten Litauens 1.749 einsame und hilfsbedürftige Menschen. Die Kosten für dieses Angebot belaufen sich auf 60 Cent pro Besuch. Die Hamburger Malteser unterstützen fünf sogenannte „Kinderoasen“, in denen 335 Kinder nach der Schule ein warmes Mittagessen erhalten und fürsorglich betreut werden. In ihren Familien sind sie häufig Alkohol und Gewalt ausgesetzt. Dank eines gespendeten behindertengerechten Transporters konnten die Malteser 2016 in Litauen einen Behindertenfahrdienst ins Leben rufen und 996 behinderte Menschen zum Arzt oder in die Schule fahren.

„Der Bedarf an Hilfen in Litauen ist nach wie vor sehr groß. Schon mit geringen finanziellen Mitteln und ehrenamtlicher Hilfe können wir für die Menschen viel erreichen“, so Jörg Baumann, Auslandsbeauftragter der Malteser Hamburg.

Spendenkonto „Litauenhilfe“
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