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Malteser Hamburg

Abschied aus Rahlstedt

Malteserorden ehrt Flüchtlingshelfer für Engagement

11.01.2019
Tanja Bee-Weinelt (ehem. stv. Leiterin der EA) und Diözesanleiter Andreas Damm ehren Mitarbeiterin Maryam Alici für ihr Engagement.
Diözesangeschäftsführer Alexander Becker, Tanja Bee-Weinelt und Andreas Damm (v.l.n.r.) bedankten sich bei allen Ausgezeichneten.
Die Flüchtlingshilfemedaille des Malteserordens für außergewöhnliches Engagement in der Flüchtlingshilfe.
Thomas Melchert, Leiter des Referates "Betrieb, Lagedienst und Notfallbetrieb" (ZKF), ließ die Flüchtlingsarbeit der Malteser Revue passieren.
Auch Deutschlehrer Ghassem Kahed erhielt die Flüchtlingshilfemedaille für seine Integrationsarbeit. Fotos: Langos

Hamburg. „Ich mag das Gesicht der Unterkunft sein, aber ganz sicher nicht das Herz. Das Herz seid ihr“, sagte Olav Stolze, Leiter der EA Neuer Höltigbaum, an sein Team gewandt am Donnerstagabend bei der Abschiedsfeier anlässlich der Schließung der Erstaufnahme in Hamburg-Rahlstedt. Die einstmals rund 480 Bewohner sind in Folgeunterkünfte oder andere Erstaufnahmen umgezogen, für die Mitarbeiter gehen Ende Januar zwei abwechslungsreiche Jahre zu Ende. Gestern Abend blickten gut 60 ehrenamtliche- und hauptamtliche Mitarbeiter, Kooperationspartner und Behördenvertreter auf die vergangene Zeit zurück. Für ihr außerordentliches Engagement erhielten 26 Menschen die Flüchtlingshilfe-Medaille des Malteserordens. 

Thomas Melchert vom Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge sprach über die turbulente Zeit im Herbst 2015 als wöchentlich gut 2.000 Menschen auf dem Süden nach Hamburg kamen und Schutz und Obdach suchten. In dieser Zeit sei "fördern und wohnen" aufgrund des Anstrums hoffnungslos überlastet gewesen, weil innerhalb von wenigen Tagen mehrere Hundert Menschen mit Essen und einem trockenen Dach über dem Kopf versorgt werden mussten. Die notwendigen Strukturen dafür seien erst nach und nach gewachsen. In dieser Ausnahmesituation haben damals die Hilfsorganisationen Verantwortung übernommen. 2015/2016 hätten die Hilfsorganisationen insgesamt 21 Erstaufnahmen betreut. 

Für die EA Neuer Höltigbaum habe es anfangs einige Herausforderungen gegeben, nicht nur die extrem hohe Feuchtigkeit auf dem Gelände, auch der Verdacht auf Kampfmittel hätten zu einer großen Verzögung beim Bezug geführt. Die Unterkunft habe bei einem der Nachbarn auch erst nach und nach an Akzeptanz gewonnen. „Wir haben hier unglaublich viel Integrationsarbeit geleistet, unsere Werte und Normen weiteregegeben und deutlich mehr für die Menschen gemacht, als vertraglich vereinbart war“, hob Melchert die Arbeit der Mitarbeiter, insbesondere des Sozial- und Unterkunftsmanagments der EA hervor, die sich mit pragmatischen Lösungen eingebracht und den Bewohnern mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten. Die Malteser hätten Maßstäbe in der Flüchtlingsbetreuung und Integration gesetzt, an denen man sich in Zukunft messen lassen müsse. 

Olav Stolze betonte in seiner Rückschau „bei allen kleinen Querelen in Betreibersitzungen stand bei unserer Arbeit immer der Mensch im Mittelpunkt. Es war wichtiger, dem Menschen und nicht der Verwaltung Zeit zu widmen. Beim ZKF war das nicht anders.“ Stolze dankte Thomas Melchert für die Zusammenarbeit und bezeichnete die vergangenen drei Jahre in der Flüchtlingshilfe als eine wertvolle Zeit. „Aber all das geht nicht ohne Ehrenamt. Was hier durch Ehrenamtliche geleistet wurde, war maßgeblich für den Erfolg verantwortlich.“ Angebote wie die Nähstube, die Theater-AG, die Kinderbetreuung, die Fahrradwerkstatt und Ausflüge wären nur durch das Ehrenamt möglich gewesen. An seine Mitarbeiter gewandt sagte Stolze: „Ihr habt Tausenden Menschen geholfen, auf einen guten Weg zu kommen. Ich hoffe, dass alle viel mitgenommen haben.“ 

Thomas Melchert dankte den Malteser im Namen der Freien und Hansestadt Hamburg und dem ZKF für das Vertrauen, den engen Dialog, die Arbeit, Kreativität und das Engagement. „Ich ziehe meinen imaginären Hut und verneige mich vor eurer Leistung. Vielen Dank“. Zum Abschluss spendete Diözesanseelsorger Karl Meyer OP allen Anwesenden einen Reisesegen. „Herkunft ist Zukunft. Was hier gelebt wurde, ist die Grundlage für eine gute Zukunft. Ich wünsche euch allen, dass das gelingen möge.“
 

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